Homelearning verstärkt Bildungsbenachteiligung von Flüchtlingskindern

WLAN und PC-Hardware/-Software für alle Kinder

bis zu den Sommerferien wird der Unterricht als Lernen auf Distanz, vielleicht unterbrochen von einzelnen Präsenztagen, fortgesetzt. Und nach Aussage einiger Experten wird es nach den Sommerferien wahrscheinlich ähnlich weitergehen bis ein Impfstoff entwickelt worden ist.

Karl Lauterbach, Bundestagsabgeordneter und Professor für Klinische Epidemiologie, sagte dazu gerade in der taz: „Die Lehrerverbände glauben immer noch, dass die Krise bis zu den Sommerferien dauert – und danach ein ganz normales Schuljahr beginnt. Diese Vorstellung ist völlig naiv. Wir müssen uns darauf vorbereiten, dass wir ein oder sogar zwei Jahre lang Schule völlig anders organisieren müssen. Das muss jetzt vorbereitet werden.“

Unter diesen Umständen muss Unterricht anders stattfinden. Ansonsten werden die Schüler – und gerade diejenigen in einkommensschwachen Haushalten –  auf Dauer abgehängt. Ohne die Kompetenzen, die für Lernende im 21. Jahrhundert von herausragender Bedeutung sind – Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken -, wird es in Zukunft nicht mehr gehen.

Distanzlernen ist das Gebot der Stunde und je länger wir dabei zusehen, dass es SchülerInnen gibt, die nicht mit den erforderlichen Computern ausgestattet sind, je mehr lassen wir zu, dass bei den Kindern weitere Lernrückstände entstehen und damit ein Verlust an Lebenschancen.

Wenn Schulen die notwendigen Computer nicht für das homeschooling bereitstellen können   muss (für Asylbewerberkinder) das Sozialamt die Anschaffungskosten übernehmen, um eine weitere Bildungsbenachteiligung  zu vermeiden. Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht und steht allen Kindern, auch Flüchtlingskindern, zu.

Helft dem Flüchtlingsnetzwerk, dieses Recht durchzusetzen!

Das Flüchtlingsnetzwerk Wassenberg unterstützt die Kampagne „Schulcomputer sofort!“ von Tacheles e.V.

Die Kampagne „Schulcomputer sofort!“, die vom Kölner Erwerbslosenverein koordiniert wird, setzt sich dafür ein, Schüler*innen aus einkommensschwachen Haushalten (das betrifft auch Kinder von geflüchteten Menschen in Deutschland) mit Laptops oder Tablets zu versorgen.

Mehr Informationen zum Projekt: Tacheles e.V.

Wir schließen uns dieser Kampagne an und arbeiten aktiv daran, Kinder mit gebrauchten Geräten zu versorgen.

Momentan suchen wir daher aktiv Firmen und Privatleute, die gebrauchte Laptops oder Tablets zur Verfügung stellen können, sowie IT-Fachleute, die gegebenenfalls bei Reparatur und Aufrüstung unterstützen können.

Unser Anliegen wird unterstützt von den Wassenberger Grünen, die dazu einen eigenen Antrag an den Rat der Stadt stellen werden (Link folgt).

Wenn Sie noch funktionierende, schultaugliche Altgeräte mit einer Grundausstattung für Anwender (Betriebssystem: Win7 oder höher, Linux, macOS) zu Hause oder im Betrieb haben und uns gerne unterstützen würden, wenden Sie sich bitte an uns.

Kontakt

Irmgard Stieding
02432 3504
irmgard.stieding@fluechtlingsnetzwerk-wassenberg.de

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